Für eine demenzsensible Versorgung im Kreis Siegen-Wittgenstein:

Pflegeüberleitung verbessern und pflegende Angehörige stärken

Auftaktveranstaltung zum Projekt „Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“ am 27. Januar 2016 im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Über 70 Experten des Gesundheits- und Pflegesystems waren der Einladung des Kreis Siegen-Wittgenstein und des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein e.V. gefolgt, um sich über die Projektziele und-inhalte zu informieren.

Das Projekt „Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“ startete mit einer großen Auftaktveranstaltung im Kulturhaus Lÿz in Siegen. Sophia Janz, Projektleitung, referierte über die besondere Situation von Menschen mit Demenz an den Schnittstellen des Gesundheitssystems und gab einen Überblick über Ziele des Entlass- und Überleitungsmanagements.

Viele ältere Menschen erfahren durch den Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung immer wieder Unklarheiten oder Belastungen. Brüche entstehen auch für medizinische und pflegerische Dienstleister: wichtige Informationen gelangen nicht rechtzeitig an die nachfolgenden Stellen, so Janz. Nach ihrer Auffassung kann eine standardisierte Pflegeüberleitung helfen, Versorgungsbrüche zu vermeiden und Belastungen für Patienten und Angehörige zu reduzieren. „Viele Angehörige sind im akuten Geschehen oft nicht in der Lage sich umfassend zu informieren. Engagierte und gut informierte Angehörige können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen“ berichtete Sophia Janz.

Das Projekt verfolgt eine doppelte Stoßrichtung. Zum einen soll der Pflegeüberleitungsbogen kreisweit eingesetzt werden, um das Überleitungsmanagement zu verbessern. Zum anderen soll durch eine Informationskampagne für Angehörige von Menschen mit Demenz eine bessere Vorbereitung auf den Krankenhausaufenthalt erfolgen.

Die Fachleute waren sich einig, dass ein einheitlicher Pflegeüberleitungsbogen eine Erleichterung für alle Beteiligten im Versorgungsprozess darstellt. Auch sei es wichtig, die Angehörigen vorab über den Klinikalltag zu informieren.