Projektstart:

„Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“

Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. führt kreisweites Projekt zur Verbesserung der Pflegeüberleitung von Menschen mit Demenz durch.

Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. führt kreisweites Projekt zur Verbesserung der Pflegeüberleitung von Menschen mit Demenz durch.
Zum Auftakt für das Projekt „Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“ trafen sich die Vertreter der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein und der Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V.

Die steigende Zahl von Menschen mit Demenz im Krankenhaus ist eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Viele demenzerkrankte Patienten pendeln zwischen Krankenhaus, Altenheim und häuslichem Umfeld. Bei diesen Übergängen entstehen für alle Beteiligten oft unnötige Versorgungsbrüche.

„Im Rahmen der Zukunftsinitiative Siegen-Wittgenstein 2020 Leben und Wohnen im Alter“, so Henning Setzer, Dezernatsleiter Soziales, Jugend und Gesundheit, „haben wir uns schon frühzeitig mit dem Thema einer flächendeckenden Information und Vernetzung im Bereich der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz auseinandergesetzt. Daher versprechen wir uns von diesem Projekt eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenz in unserer Region.“

Sophia Janz Projektleitung, erläuterte die besondere Problematik: „Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es in Zukunft eine steigende Zahl von Patienten mit einer Demenzerkrankung in den Krankenhäusern geben. Krankenhäuser müssen ihre Abläufe auf diese Patientengruppe abstimmen, da Menschen mit Demenz häufig nicht mehr die Fähigkeit besitzen, sich den Routinen im Krankenhausalltag anzupassen.“

Das Projekt will die Informationsweitergabe bei der Aufnahme, Entlassung und Überleitung von Patienten in der Pflege verbessern. Sophia Janz berichtete von ihrer Erfahrung, dass oft nicht übermittelt werde, welche alltäglichen Gewohnheiten und Bedürfnisse der Patient habe. So könne das Wissen um nächtliche Aktivitäten oder die Notwendigkeit zur Begleitung im Klinikalltag allen Beteiligten zugutekommen.

Im Vorfeld des Projekts entwickelten Vertreter aus dem Bereich Gesundheit und Pflege unter Moderation des Kreises Siegen-Wittgenstein und dem Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen einen Pflegeüberleitbogen, welcher die besonderen Bedürfnisse und Erfordernisse von Menschen mit Demenz berücksichtigt. Dieser standardisierte Bogen soll nun, durch das auf 3 Jahre angelegte Projekt, in allen Einrichtungen als wichtige Informationsquelle für den Umgang mit Menschen mit Demenz kreisweit eingesetzt werden. Dabei versteht sich das Projekt als Servicestelle, die dabei unterstützen will, die Versorgungssicherheit für die Betroffenen und die Entlastung der professionell Arbeitenden sicherzustellen.

Ziel des Projekts ist eine Steigerung der Lebens- und Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz rund um den Krankenhausaufenthalt. Dafür setzt das Projekt auf mehreren Ebenen an: der Implementierung einer kreiseinheitlichen Pflegeüberleitung, der Aufklärung von betroffenen Angehörigen und Bezugspersonen sowie der Erstellung eines Beratungsstandards für beratende Dienste.

„Wir wünschen uns“, so Thomas Griffig Vorstand Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V., „dass dieses zukunftsweisende Projekt einen wesentlichen Beitrag zu einer lebensnahen Versorgung sowohl für die Menschen mit Demenz als auch für die behandelnden, pflegenden und betreuenden Menschen leistet.“