Teilhabemanagement

Beratungen finden wieder statt! Bitte beachten Sie:

  • dass Sie vorher einen Termin telefonisch vereinbaren
  • dass Sie eine Maske tragen
  • dass Sie höchstens zu zweit kommen

Das Teilhabemanagement der Caritas Siegen

berät und betreut geflüchtete Menschen zwischen 18 und 27 Jahren mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung. Das Team bietet Unterstützung bei folgenden Themen:

  • Orientierung und Zugang zu Arbeit und Ausbildung
  • berufsbegleitende Unterstützung
  • Sprache lernen und Anschluss finden

um dann in

  • bestehende Hilfestrukturen einzubinden oder…
  • Probleme und Bedarfe zu bündeln um dann…
  • geeignete Maßnahmen und Strukturen zur Teilhabe zu entwickeln

Um die Hilfestrukturen für die Zielgruppe zu festigen und auszuweiten nutzt das Teilhabemanagement Netzwerke aus verschiedenen Akteuren des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Ansprechpartner/in

Manuel Raichle

Tel. 0271/23602-37
E-Mail: m.raichle[at]caritas-siegen.de

 

Svetlana Will

Tel. 0271/23602-36
E-Mail: s.will[at]caritas-siegen.de

 

Sprechzeiten

Dienstags: 10:00 – 12:00 Uhr
Freitags: 10:00 – 12:00 Uhr
Mittwochs: 16:00 – 18:00 Uhr im Caritas-Projektbüro
Termine auch nach Vereinbarung

Hinweis: Die Beratung ist kostenlos.

Weitere Informationen

Sprache, (Aus)Bildung und Arbeit sind der Schlüssel für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit fundamental für eine gelingende Integration.

Menschen mit individuellen Förderbedarfen, insbesondere Geduldete und Gestattete, brauchen für eine nachhaltige Integration eine Vielzahl von Unterstützungsansätzen. Diese sollten am persönlichen Potential und den individuellen Bedarfs- und Lebenslagen der Menschen anknüpfen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen setzt genau hier an und hat die Initiative Durchstarten in Ausbildung und Arbeit mit einem Fördervolumen von 50 Millionen Euro ins Leben gerufen.

Entwickelt wurde ein modularer Ansatz, der dazu beitragen soll, junge Menschen mit individuellem Unterstützungsbedarf im Alter von 18 bis 27 Jahren in Ausbildung und Arbeit zu bringen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) tragen die Initiative gemeinsam. Im Rahmen der Initiative können sechs Förderbausteine genutzt werden, die sie auch dabei unterstützen sollen, dass sie perspektivisch ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten können:

  1. Coaching
  2. Berufsbegleitende Qualifizierung und/oder Sprachförderung
  3. Nachträglicher Erwerb des Hauptschulabschlusses
  4. Schul-, ausbildungs- und berufsvorbereitende Kurse sowie Jugendintegrationskurse
  5. Innovationsfonds
  6. Teilhabemanagement (Gemeinsam klappt´s)

Der Förderbaustein 6 Teilhabemanagement (Gemeinsam klappt´s) wurde vom Kreis Siegen-Wittgenstein, der sich der Initiative Gemeinsam klappt’s angeschlossen hat, beantragt und bewilligt.

Die Teilhabemanager beraten und betreuen Klienten ihrer Zielgruppe und schaffen Zugänge zu Qualifizierung, Ausbildung, Beschäftigung und Erwerbsarbeit im Rahmen von Integrationsketten – auch (oder gerade) über den Zwischenschritt der Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation.

Darüber hinaus befinden sich die Teilhabemanager in engem Austausch mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Siegen Wittgenstein als Geschäftsführende Stelle (GfS) mit dem zusammen Unterstützungsstrukturen für die Zielgruppe geplant und umgesetzt werden.

Das KI und die THM sind Teil der Bündniskerngruppe, die über konkrete Strukturveränderungen Zugunsten der Zielgruppe berät und sich über zukünftige Projekte austauscht.

Die Geschäftsführende Stelle im Rahmen von Gemeinsam Klappt`s hier vor Ort ist das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Siegen Wittgenstein. Die Gfs übernimmt dabei folgende Aufgaben:

  • Leitung des THM – unabhängig von deren Verortung und Sicherstellung der koordinierten Bearbeitung aller Aufgaben im THM
  • Systematische Kooperation mit THM zur Nutzung einzelfallbasierter Erkenntnisse für Systementwicklung
  • Übersicht über für die Zielgruppe relevante Angebote
  • Formate für institutionalisierte Reflexion/Absprachen über Einzelfälle
  • Definition vergleichbarer Qualitäts- und Fachstandards sowie Kerndatensatz/Mindeststandards für Dokumentation
  • Systematische Auswertung Datenbank THM und Ableitung von Handlungsbedarfen
  • Schnittstelle zwischen der Arbeit der THM und der Aufgabe der Bündniskerngruppen, eine verbindliche Unterstützungsstruktur für die Zielgruppe zu etablieren, darin Dienstleistungsketten und Netzwerke.

Die Bündniskerngruppe trifft Entscheidungen über die Arbeitsschritte in der im Kreis Siegen-Wittgenstein. Sie entscheidet außerdem, ob bestimmte Themen in Unterarbeitsgruppen behandelt werden müssen, welche Akteure jeweils einzubinden sind und wie die Informationsrückflüsse innerhalb des Gesamtprozesses nutzbar gemacht werden können.

Die Bündniskerngruppe besteht momentan im Kreis Siegen-Wittgenstein aus Vertretern folgender Akteure:

  • Teilhabemanagement (Caritas Siegen)
  • Kommunales Integrationszentrum (Kreis Siegen-Wittgenstein)
  • Schulverwaltungsamt
  • Kommunale Koordinierung
  • Amt für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
  • Handwerkskammer Südwestfalen
  • Industrie- und Handelkammer Siegen
  • Jobcenter Siegen
  • Agentur für Arbeit Siegen

Mit der Förderung des Teilhabemanagements durch das Land Nordrhein-Westfalen soll die Lücke für die Personengruppe der Geduldeten und Gestatteten im Alter von 18 bis einschließlich 27 Jahren geschlossen werden. Grundgedanke ist, dass diese Personengruppe kaum von den Regelungen der Arbeitsförderung nach dem SGB III profitiert und vom Fallmanagement nach SGB II ausgeschlossen ist, die jungen volljährigen Geflüchteten aber unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus eine möglichst klare Perspektive für ihre schulische und berufliche Entwicklung benötigen. Die (feldspezifische) Aufgabe des Teilhabemanagements wird im Förderkonzept des MKFFI zum Baustein Teilhabemanagement folgendermaßen formuliert:

Kommunales Teilhabemanagement definiert und operationalisiert in den jeweiligen Einzelfällen die Schnittstellen zu anderen betroffenen Rechtskreisen wie dem Recht der Arbeitsförderung nach dem SGB III, der Kinder- und Jugendhilfe nach dem SGB VIII, den bundesgeförderten Jugendmigrationsdiensten (JMD) und der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) (…) Zielsetzung ist es dabei, für den jeweiligen jungen Erwachsenen Wege in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung aufzuzeigen und im Rahmen von Intregrationsketten – auch über Zwischenschritte zur Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation – rechtskreisübergreifend zu verwirklichen.

 

Reis, Claus (2019): Teilhabemanagement. Grundsätzliche Überlegungen und praktische Hinweise

Verwirklichungschancen als Freiheiten: Das Teilhabemanagement arbeitet nach dem von Amartya Sen entwickleten Capability Approach-Konzept. Sen legt seinem Konzept einen differenzierten Freiheitsbegriff zugrunde. Freiheit ist ein intrinsischer Wert, weil sie es dem Menschen ermöglicht, selbstbestimmt zu leben. Sie umfasst neben der Abwesenheit von Hindernissen (negative Freiheit) vor allem auch die Möglichkeit, nach eigenen Wünschen zu handeln (positive Freiheit). Freiheit ist daher ein normatives Ziel, ein Zweck an sich. Eine Gesellschaft ist umso gerechter, je mehr ihre Mitglieder über Verwirklichungschancen verfügen.

Gesellschaftlich vorhandene Ressourcen, seien es materielle Güter oder formale soziale Rechte, werden nur dann für die Individuen nutzbar, wenn einerseits die institutionellen Bedingungen gegeben sind (z. B. Rechte auch eingeklagt werden können), andererseits individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten existieren, um die Ressourcen zu nutzen. Dabei ist es wiederum eine Folge institutioneller Bedingungen (z. B. des Bildungssystems), ob und wie diese Fähigkeiten gefördert werden. Teilhabe bedeutet somit, an zentralen gesellschaftlichen Feldern partizipieren zu können, sowohl die Chance hierzu zu haben wie auch die Kompetenz(en), sich in diesen Feldern als kompetente Akteurin bzw. kompetenter Akteur zu bewegen.

 

Reis, Claus (2019): Teilhabemanagement. Grundsätzliche Überlegungen und praktische Hinweise

Downloads

MKFFI – Auftaktveranstaltung Durchstarten in Ausbildung und Arbeit

Reis, Claus (2019): Teilhabemanagement. Grundsätzliche Überlegungen und praktische Hinweise

KfI BzR Arnsberg – Förderkonzeption -Teilhabemanagement-

Schaubilder

Quelle: FRANKFURT UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE (FOGS)

Quelle: FRANKFURT UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE (FOGS)

Quelle: FRANKFURT UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE (FOGS)

Quelle: FRANKFURT UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE (FOGS)

Integrationsagentur

Kommunales Integrationszentrum