Menschen mit Demenz in der Überleitung

 

Die steigende Zahl von Menschen mit Demenz wird zur Herausforderung für die versorgenden Einrichtungen im Gesundheitswesen. Viele Menschen mit Demenz pendeln zwischen Krankenhaus, Altenheim und häuslichem Umfeld. Bei diesen Übergängen entstehen für alle Beteiligten oft Versorgungsbrüche.
Das Projekt „Menschen mit Demenz in der Überleitung“ will die Lebens- und Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz rund um den Krankenhausaufenthalt verbessern.

Aufgaben

  • Einführung und Verstetigung des kreisweit einheitlichen Pflegeüberleitungsbogens
  • Netzwerkarbeit mit den Schnittstellenpartnern (stationäre, teilstationäre und ambulante Dienste, Krankenhäuser, Selbsthilfegruppen, Entlastungsdienste, Beratungsstellen)
  • Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung zu den Themen
    – Menschen mit Demenz im Krankenhaus
    – Überleitungsprozesse für Menschen mit Demenz
  • Aufklärungskampagne für pflegende Angehörige und Bezugspersonen von Menschen mit Demenz zu den Themen
    – Vorbereitung der Angehörigen und Bezugspersonen von Menschen mit Demenz auf den Krankenhausaufenthalt
    – Faktoren eines gelingenden Krankenhausaufenthalts für Menschen mit Demenz

Das Projekt wird im Rahmen der Zukunftsinitiative Siegen-Wittgenstein 2020 „Leben und Wohnen im Alter“ gefördert, die Projektlaufzeit ist vom 1.10.2015 bis 30.09.2018.

Aktuelle Meldungen:

Siegen, 30.08.2018

Die Abschlusstagung des Projektes „Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“ fand am 30. August in der Siegerlandhalle in Siegen statt.

Das Projekt wird seit Oktober 2015 vom Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. verantwortet und endet im September dieses Jahres. Mit Projektmitteln des Kreises Siegen-Wittgenstein wurden über drei Jahre unterschiedliche Projektschritte umgesetzt. Die Einführung, Anpassung eines einheitlichen Pflegeüberleitungs­bogens im Kreis Siegen-Wittgenstein und eine Aufklärungskampagne für pflegende Angehörige – „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ – waren Projektmodule.

Die Ergebnisse und erstellten Broschüren aus den drei Projektjahren wurden von der Projektleitung Stefanie Kremer präsentiert. „Wir konnten durch das Projekt trotz der Einführung der neuen Vorgaben zum Entlassmanagement in den Krankenhäusern und einem geänderten Pflegebedürftigkeitsbegriff die Umsetzung und Anwendung des einheitlichen Pflegeüberleitungsbogens im Kreisgebiet erreichen und ausweiten“. Um den Krankenhausaufenthalt vorzubereiten, wurden Informationsmaterialien und Broschüren entwickelt, die Kremer vorstellte. „Die Nachhaltigkeit war uns hierbei immer wichtig. Angehörige, die morgen vor Fragen rund um das Thema Demenz im Krankenzaus stehen, haben nichts davon, wenn ich heute einen Vortrag halte“, so Kremer. Daher wurden Informationen in Broschüren zusammengestellt, die auch nach Projektlaufzeit zur Verfügung stehen.

 

Dr. med. Jochen Gerd Hoffmann (Chefarzt Geriatrie, Malteser Krankenhaus St. Hildegardis, Station Silvia, Köln) richtete in seinem Vortrag den Blick auf die Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus. Aus den Erfahrungen des Leuchtturmprojektes der Station Silvia des Malteserkrankenhauses in Köln wurden Konzepte aufgezeigt, die die Versorgung von Menschen mit Demenz in einem Akutkrankenhaus positiv beeinflussen. „Menschen mit der Diagnose Demenz profitieren von demenzsensiblen Konzepten im Krankenhaus“, ist sich Dr. Hoffmann nach neun Jahren Erfahrungen mit der Station Silvia sicher.

Im Rahmen des „eat & walk“ in der Mittagszeit wurde ein deutlicher regionaler Bezug hergestellt. Die Tagungsteilnehmer*innen hatten die Möglichkeiten, mit Anbietern der Region ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. Hier waren unter anderem die Mitglieder der AG-Überleitung der kommunalen Konferenz Gesundheit Alter und Pflege vertreten. Die „Klammer“ bildeten die Themen Versorgungsmanagement, Entlassmanagement, Demenz und Überleitung. Vertreten waren die Sektoren:

  • Kommune, Beratungsinstitutionen
  • Krankenhäuser,
  • amb. Pflege / teilstat. Pflege sowie
  • Angehörige

Mit Stefanie Oberfeld, Oberärztin Alexianer-Krankenhaus, Münster und Demenzbeauftragte der Ärztekammer Westfalen Lippe schlug die Veranstaltung den Bogen am Nachmittag nochmals zur Ärzteschaft. Oberfeld konnte in einem kurzen Input sehr eindrücklich darstellen, „Demenz im Krankenhaus ist keine Nebensache“.

Im Rahmen eines World-Cafés wurde die Thematik „Menschen mit Demenz im gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungs- und Entlassmanagement“ in seinen vielfältigen Facetten diskutiert. Die Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichen Sektoren kamen intensiv miteinander ins Gespräch. Die Diskussionen fanden an Thementischen statt.

Am Ende der Tagung stand für Kremer fest: „zwar läuft das Projekt im nächsten Monat aus, aber abgeschlossen ist das Thema noch lange nicht. Wir brauchen auch weiterhin Verantwortliche, die sich für die Menschen mit Demenz in der Überleitung und in den Krankenhäusern einsetzen“.

Eine Dokumentation der Abschlusstagung können finden Sie hier: Dokumentation Abschlusstagung

Wilnsdorf, 08.02.2018

Neue Schulungsleitlinie zum kreisweit einheitlichen Pflegeüberleitungsbogen online

Sektorenübergreifende Kooperation: Zum neuen Überleitungsbogen im Kreis Siegen-Wittgenstein, der von der Arbeitsgruppe Pflegeüberleitung entwickelt wurde, gibt es jetzt eine Schulungsleitlinie für Pflegekräfte

Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 1. Januar 2017 musste der kreisweit einheitliche Pflegeüberleitungsbogen überarbeitet werden. In mehreren Treffen der Arbeitsgruppe Pflegeüberleitung der Kommunalen Konferenz Gesundheit, Alter und Pflege im Kreis Siegen-Wittgenstein entstand ein Pflegeüberleitungsbogen, der an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden konnte. Dieses Formular konnte in der zweiten Jahreshälfte 2017 allen relevanten Akteuren im Kreisgebiet zur Verfügung gestellt werden.

Durch diese grundlegende Überarbeitung war es notwendig, die im Jahr 2014 zum Bogen entwickelten Schulungsleitlinien ebenfalls anzupassen. Diese Anpassung ist von der Projektleitung in Kooperation mit der AG Überleitung jetzt vorgenommen worden. Mit Hilfe der neu zur Verfügung stehenden Schulungsleitlinie erhalten Pflegekräfte oder sonstige mit der Überleitung befasste Personen Tipps zum Ausfüllen des Überleitungsbogens. Damit soll dazu beigetragen werden, das Verständnis bezüglich der Überleitung sektorenübergreifend zu vereinheitlichen.

 

Der Vordruck der Schulungsleitlinie steht ab sofort als hier bereit oder kann bei der Projektleitung, Stefanie Kremer per Telefon: 0271/23417813 oder per mail (s.u.) angefordert werden.

Wilnsdorf, 29.03.2017

Menschen mit Demenz im Krankenhaus – Informationen und Tipps für Angehörige
Neuer Info-Flyer vom Projekt „Menschen mit Demenz in der Überleitung“

Wenn Menschen mit Demenz wegen eines Sturzes oder einer Herzerkrankung im Krankenhaus aufgenommen werden, ist „Demenz“ meist nur eine „Nebendiagnose“. Die ungewohnte Umgebung, die fremden Personen, die unbekannten Abläufe und das Fehlen vertrauter Gegenstände bringen schnell alles durcheinander – häufig ein sehr stressiges Ereignis für Menschen mit Demenz. Diese Situation bereitet auch den Angehörigen Sorge, denn sie befürchten, dass die Versorgung im Krankenhaus nicht den Bedürfnissen ihres Demenzkranken entspricht. Daher ist es besonders wichtig, dass Angehörige auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereitet sind, damit für alle Beteiligten der Klinikaufenthalt möglichst reibungslos verläuft.
Sophia Janz, Projektleiterin für „Menschen mit Demenz in der Überleitung“ im Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. gibt Tipps, was Angehörige tun können, wenn ein Klinikaufenthalt notwendig ist. In dem neuen Flyer „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Zusätzlich können Angehörige zur Vorbereitung auf den Krankenhausaufenthalt den Informationsbogen der Alzheimergesellschaft für Patienten mit einer Demenz bei Aufnahme im Krankenhaus ausfüllen.
Den Flyer Demenz im Krankenhaus April_2018 können Sie hier herunterladen oder per Email bei s.kremer[at]caritas-siegen.de bestellen.

Für den Flyer gibt es darüber hinaus noch einen Einleger mit kurzen Informationen zum Rooming-in: Einleger Rooming-in

Wilnsdorf, 28.09.2016
Zur Vorbereitung auf einen Krankenhausaufenthalt hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. einen Informationsbogen für Patienten mit einer Demenz im Krankenhaus entwickelt. Dieser Bogen wird von den Angehörigen ausgefüllt und dem Personal bei der Aufnahme im Krankenhaus übergeben. Als Vorbereitung auf einen dringenden Klinikaufenthalt kann der Bogen ausgefüllt bereit liegen. Der Informationsbogen ist eine Ergänzung zu den ärztlichen Unterlagen und dem Pflegeüberleitungsbogen und soll diese nicht ersetzen. Er enthält Informationen über besondere Vorlieben und Abneigungen, die dabei helfen können den Patienten besser zu verstehen und somit die Pflege und die Betreuung im Krankenhaus zu erleichtern.

Link zum Informationsbogen:
https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/broschueren/infobogen_krankenhaus.pdf

 

Wilnsdorf, 11.02.2016
Für eine demenzsensible Versorgung im Kreis Siegen-Wittgenstein: Pflegeüberleitung verbessern und pflegende Angehörige stärken
Auftaktveranstaltung zum Projekt „Menschen mit Demenz in der Überleitung“ am 27. Januar 2016 im Kreis Siegen-Wittgenstein. Mehr…

Wilnsdorf, 08.01.2016
Projektstart: „Menschen mit Demenz in der Überleitung“
Der Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. führt ein kreisweites Projekt zur Verbesserung der Pflegeüberleitung von Menschen mit Demenz durch.
Zum Auftakt für das Projekt „Menschen mit Demenz in der Überleitung“ trafen sich die Vertreter der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein und des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein e.V. Mehr…

Zum Download:

Für die Beratung pflegender Angehöriger sind häufig gestellte Fragen (FAQs) zusammengestellt worden:  FAQs „Menschen mit Demenz und kognitiven Störungen im Krankenhaus“

Für Mitarbeiter*innen in den Krankenhäusern finden Sie hier „Tipps für die Praxis“

Pflegeüberleitungsbogen_Stand 07_2017_Kopiervorlage

Schulungsleitlinie – Erläuterungen zum Ausfüllen des Pflegeüberleitunsbogens für Mitarbeiter*innen in der Überleitung: hier

Anleitung zum Ausfüllen des Pflegeüberleitungsbogens für pflegende Angehörige

Präsentation der Auftaktveranstaltung

Artikel der Siegener Zeitung vom 02.02.2016

Ansprechpartnerin:
Stefanie Kremer
Eremitage 9
57234 Wilnsdorf

Tel.: 0271/234178-13
mail: s.kremer[at]caritas-siegen.de

Sprechzeiten:
Montag bis Mittwoch von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr