„Migration legal und strukturiert gestalten“ – Überkonfessioneller Gottesdienst für Ehrenamtliche

„Migration legal und strukturiert gestalten“

Überkonfessioneller Gottesdienst für Ehrenamtliche mit anschließender Podiumsdiskussion

v.l.n.r.: Christoph Schüttler, Ute Waffenschmidt-Leng , Jonas Wipfler und Gäste
Foto: Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V.

Der überkonfessionelle Gottesdienst für ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe, den ein überkonfessionelles Team aus dem Ev. Kirchenkreis Siegen, dem katholischen Dekanat Siegen, verschiedenen Freikirchen und der Integrationsagentur des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein e.V. zum bereits achten Mal durchgeführt hat, wurde erneut gut besucht. Die Besucher nahmen das Angebot, sich während des Gottesdienstes in der kath. Kirche St. Michael segnen zu lassen, gerne an. Im Rahmen des Gottesdienstes, der von Prädikant Dirk Hermann (Diakonie Südwestfalen), Pfarrer Ludwig Reffelmann (stellv. Dechant), Gemeindereferentin Alexandra Podstawa (St. Michael) und Pastor Peter Krusemark (EFG Weststraße) gestaltet wurde, und die unter dem Motto „Dass Du unter seinen Flügeln Zu-Flucht hättest“ stand, hielt André Schmidt, Sozialdezernent der Stadt Siegen, das Grußwort, in dem er den Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen für ihr Engagement und ihren Einsatz dankte.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine Podiumsdiskussion mit Jonas Wipfler, Referent für Migration und Menschenrechte bei Misereor in Berlin, und Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng statt, die unter das Thema „Unter welchen Umständen findet man Zuflucht unter bergenden Flügeln? Fluchtursachen und Hilfen zu ihrer Überwindung“ gestellt worden war und von Christoph Schüttler (Dekanat Siegen) moderiert wurde. Die beiden Gäste diskutierten unter anderem darüber, dass die Rolle der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit darauf ausgerichtet sei, lokale Partner in den Ländern dabei zu unterstützen, Bildung zu verbessern, in möglichst guten Arbeitsverhältnissen Einkommen zu erwirtschaften, Lebensgrundlagen zu erhalten oder zu verbessern und friedensstiftend zu wirken. Gleichzeitig versuche Entwicklungszusammenarbeit unter christlicher Perspektive, den Anliegen der Partner auch in Deutschland Gehör zu verschaffen: bei Entscheidungsträgern und Politik, aber auch in den Gemeinden. Jonas Wipfler betonte, dass in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit durch die engen Beziehungen der Partner offensichtlich sei, dass nur ein konsequenter Wechsel zu einem nachhaltigen, sozial gerechteren Leben auf der ganzen Welt einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung ungewollter Flucht – in Abgrenzung zu gewollter Migration – leisten könne. „Migration muss nicht verhindert werden, sondern es muss nach Lösungen gesucht werden, die Migration legal und strukturiert gestalten“, so Jonas Wipfler.